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Allgemeines - Ursachen - Symptome - Verlauf&Diagnose - Behandlung |
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ALLGEMEINES |
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Die
Verhaltensauffälligkeit ist unter den Namen
"Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" (ADS), sowie "
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität" (ADHS)
geläufig, im Englischen spricht man von ADD (Attention Deficit Disorder)
und ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder). All diese Namen
meinen aber ein ähnliches Störungsbild. Sie bezeichnen einen Komplex von
Verhaltensauffälligkeiten, die sich meist in der frühen Kindheit das erste
Mal zeigen und zu einer großen Belastung für die Umwelt sowie das Kind
selbst werden können. Man spricht dabei lediglich von einem Syndrom, nicht
von einer Krankheit. |
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Zum Teil ist schon der Säugling leicht irritierbar und erregbar. Die motorische Entwicklung beginnt eher früh, die Sauberkeits- und Sprachentwicklung setzt dagegen oft verzögert ein. Im Kindergarten sind die Betroffenen "umtriebig", verfügen über eine mangelnde Verhaltenssteuerung und können ihre Impulse kaum kontrollieren. Die Kinder können kaum strukturiert Aufgaben bewältigen, sie Trommeln mit den Fingern, Klopfen mit den Füßen, Schaukeln auf dem Stuhl, Singen, Nörgeln, Necken die anderen Kinder, werfen Dinge umher, kommen in wahre Redeschwalle, haben mit der Feinmotorik Probleme und einen oft ungelenkigen Bewegungsablauf. Einige von ihnen sind auch ausgesprochene Tagträumer. Schon bei geringen Ungereimtheiten kann es zu aggressiven Durchbrüchen kommen; das Kind ist reizbar, labil in seinen Gefühlen, manchmal auch depressiv verstimmt. |
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Zusammen mit Wutanfällen und einem geringen Einfühlungsvermögen geraten hyperaktive Kinder zudem leicht in Isolation, werden von der Gruppe ausgegrenzt. Dies ist umso schlimmer, da Kinder mit dieser Störung meist sehr kontaktfreudig sind und aktiv nach Beziehungen suchen. Allerdings werden die Kontakte oft über Verhaltensweisen gesucht, die als unpassend und negativ wahrgenommen werden, so dass sich die Ausgrenzung noch verstärkt. Dies sind intensive Enttäuschungserlebnisse für das Kind, die zu dem meist geringen Selbstwertgefühl beitragen. |
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URSACHEN |
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Als
Ursache für die ADS/ADHS wird heute eine genetisch bedingte
neurobiologische Funktionsstörung im Bereich derjenigen Hirnabschnitte
angenommen, welche übergeordnete Steuerungs- und Koordinationsaufgaben in
der lnformationsverarbeitung des Gehirns übernehmen. Das bewirkt, dass das
Gehirn unwichtige innere und äußere Reize und Impulse schlecht hemmen und
ausfiltern kann (chronische Reizüberflutung) und führt schließlich zu den
bekannten Symptomen wie u. a. Ablenkbarkeit und Zappeligkeit. |
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SYMPTOME |
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Symptome treten vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter auf mit lebensalter- und geschlechtstypischer Symptomausprägung, wobei bei Jugendlichen die hyperaktive Symptomatik abnimmt bei Bestehen bleiben der Aufmerksamkeitsstörung und Impulsivität bis ins Erwachsenenalter, bei weiblichen Betroffenen in allen Altersstufen die Aufmerksamkeitsstörung überwiegt. |
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Folgende altersunabhängige Merkmale sind immer vorhanden: |
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Daneben finden sich folgende Verhaltensauffälligkeiten in unterschiedlicher und altersabhängiger Ausprägung: |
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Säuglingsalter |
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unerklärliche Langdauernde Schreiphasen, motorische Unruhe, Ess- und Schlafprobleme, Ablehnung von Körperkontakt, Misslaunigkeit; anstrengend für die Eltern. |
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Kleinkindalter |
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plan- und rastlose Aktivität, schnelle, häufige und unvorhersagbare Handlungswechsel, geringe Ausdauer bei Einzel- und Gruppenspiel, ausgeprägte Trotzreaktionen, unberechenbares Sozialverhalten, Teilleistungsschwächen bezüglich auditiver und visueller Wahrnehmung, Fein- und Grobmotorik; vermehrte Unfallgefährdung; auffallend früher Spracherwerb oder auch verzögerte Sprachentwicklung; keine beständigen Freundschaften, Kind und Eltern isoliert. |
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Grundschulalter |
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mangelnde Regelakzeptanz in Familie, in Spielgruppe und Klassengemeinschaft, Stören im Unterricht, wenig Ausdauer, starke Ablenkbarkeit, emotionale Instabilität, geringe Frustrationstoleranz, Wutanfälle, aggressives Verhalten, schlechte Schrift, chaotisches Ordnungsverhalten; andauerndes Reden, Geräuscheproduktion, überhastetes Sprechen (Poltern); unpassende Mimik, Gestik und Körpersprache; Ungeschicklichkeit, häufige Unfälle; Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche, Lern-Leistungsprobleme mit Klassenwiederholungen, Umschulungen, keine dauerhaften sozialen Bindungen, Außenseitertum; niedriges Selbstbewusstsein. |
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Adoleszenz |
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Unaufmerksamkeit, Null-Bock-Mentalität, Leistungsverweigerung, oppositionell-aggressives Verhalten, stark vermindertes Selbstwertgefühl, Ängste, Depressionen; Kontakte zu sozialen Randgruppen, häufiger Verkehrsunfälle, Neigung zu Delinquenz, Alkohol, Drogen. |
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Erwachsenenalter |
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Schusseligkeit, Vergesslichkeit; Mühe, Aufgaben zu planen und zu Ende zu bringen; Unbeständigkeit von beruflichen und sozialen Bindungen; Ängste, Depression, Jähzorn, Neigung zu Delinquenz, Alkohol, Drogen. |
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Daneben finden sich aber auch
positive Eigenschaften: |
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VERLAUF & DIAGNOSE |
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Lange wurde die ADHS als eine auf das Kindesalter beschränkte Entwicklungsstörung höherer Hirnfunktionen betrachtet. Es zeigt sich aber, dass auch Erwachsene in ca. 50% aller Fälle unter den Folgen dieser Störung weiter leiden. Die hyperkinetische Symptomatik verschwindet zwar häufig, die Aufmerksamkeitsprobleme (Zerstreutheit, Planungsprobleme, schlechtes Zeitgefühl), die emotionalen Störungen (Stimmungsschwankungen, innere Unruhe) und die Impulsivität halten hingegen an. Die ADHS-Symptome können andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen hervorrufen oder mit ihren einhergehen. Viele ADHS-Betroffene sind andererseits sehr kreative, spontane, intelligente und originelle Persönlichkeiten. |
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Die Diagnose wird durch die Erhebung der persönlichen und familiären Lebensgeschichte und die Verwendung strukturierter (Eltern- und Lehrer-) Fragebögen gestellt. Eine ärztliche Untersuchung muss das Vorliegen von anderen Erkrankungen, welche für das Störungsbild verantwortlich sein könnten (z.B. Epilepsie, Funktionsstörungen der Schilddrüse), ausschließen. Eine entwicklungs- bzw. psychologische Untersuchung lässt bei Kindern die häufig begleitenden Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) erkennen. |
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BEHANDLUNG |
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Die
Psychologische Behandlung für ADS/ADHS-Betroffene, verfügt über
wissenschaftlich überprüfte und Praxiserprobte Behandlungs- und
Trainingsmöglichkeiten: |
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Die ADS/ADHS-Betroffenen Kinder und Jugendlichen lernen dabei, sich selbst besser zu steuern und aufmerksamer zu handeln (zuerst denken, dann handeln), in dem sie u. a. trainieren, sich in einem inneren Dialog Handlungsleitende Anweisungen zu geben. |
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Der Behandlung geht in jedem Fall eine
eingehende Abklärung und Standortbestimmung voraus. Das ADS/ADHS-Training
erfolgt individuell abgestimmt auf die Defizite und Ressourcen der
betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie auf die Bedürfnisse der Eltern
und die Erfordernisse im familiären Zusammenleben. Bei Bedarf werden die
Eltern in das Training mit einbezogen. |
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Nachstehend angeführte Trainings kommen zur Anwendung. |
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Grundtraining |
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Konzentriert sich auf den Störungs-Schwerpunkt „Einschränkung in der Verhaltensregulation“; fördert Basisfertigkeiten (genau hinschauen, zuhören, nacherzählen, Wahrgenommenes wiedergeben, Reaktionskontrolle und Reaktionsverzögerung, einfache Formen verbaler Handlungsregulation, Steuerung durch verbale Selbstinstruktion (sich selbst Anweisungen geben). |
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Maßnahmentraining |
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Wird eingesetzt bei
Einschränkungen der Verhaltensorganisation und Defiziten in den
Planungskompetenzen. |
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Familien- und Angehörigentraining |
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Angezeigt bei Konflikten im
Familienalltag z.B. mit dem Einhalten von Regeln, bei Trotzverhalten und
häufigen Wutanfällen. |
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Die Behandlung zu aufmerksamerem Verhalten, verbesserter Verhaltenssteuerung und Selbstkontrolle erfolgt durch den Einsatz bewährter psychologischer Verfahren (z.B. Kinderspieltherapie, kognitives Modellieren, verbale Selbstinstruktionen, übende Verfahren und Prozessorientierte Hilfen). Auch werden Übungen zum Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining eingesetzt. |
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MODALITÄTEN |
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| Ort: | ||
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Die Praxis für Psychotherapie und Psychologie steht für alle Beratungen und Behandlungen mit bis zu 6 Personen in der Pestalozzistraße 8/3 zur Verfügung. |
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| Kosten: | ||
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Eine Abrechnung über die gesetzlichen Krankenkassen ist in der
Psychologischen bzw. Psychotherapeutischen Praxis
Villach teilweise möglich. Sie
haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch die
Krankenversicherung zu stellen. Wird dieser genehmigt, erstattet Ihnen die
Kasse einen Teil des bezahlten Honorars zurück. |
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| Kontakt: | ||