TEILLEISTUNGSSTÖRUNGEN

 

Allgemeines   -   Lese-Rechtschreibschwäche   -   Rechenschwäche   -   Hyperaktivität   -   Behandlung

ALLGEMEINES

Teilleistungsstörungen kennzeichnen verschiedene Verhaltensauffälligkeiten, die trotz hinreichender Intelligenzleistungen, regelmäßiger Förderung sowie einer grundsätzlichen körperlichen und seelischen Gesundheit der Betroffenen auftreten und nicht aus einer entsprechenden Behinderung erklärt werden können.
Das legasthene oder rechenschwache Kind ist in der Regel während seiner Schulzeit großen Belastungen ausgesetzt. Die schlechten Noten in diesen schulischen Teilbereichen können zu einer allgemeinen Schulunlust führen, die dann alle schulischen Leistungen gefährdet. Außerdem haben die Kinder bis zum Jugendalter ein höheres Risiko emotionale Störungen zu entwickeln.

SYMPTOME
Es gibt folgende zentrale Symptome bei Kindern mit Teilleistungsstörungen:

Geistige Auffälligkeiten

 

Legasthenie (Lese - Rechtschreibschwäche) und Dyskalkulie (Rechenstörung)

Seelische Auffälligkeiten

 

Schwierigkeiten im Sozialverhalten (soziale Wahrnehmungsschwäche, Impulsivität, schwere Führbarkeit, Distanzlosigkeit in sozialen Beziehungen, impulsive Missachtung sozialer Regeln - zum Beispiel Einmischung in oder Unterbrechung von Aktivitäten anderer Kinder, vorschnelles Beantworten noch nicht vollständig gestellter Fragen, Schwierigkeit zu warten, bis man an der Reihe ist -, Hyperaktivität, Aggressivität, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörung.

Körperliche Auffälligkeiten

 

Fehlende Kraftdosierung (Kinder fassen Dinge zu fest an und zerbrechen vieles unbeabsichtigt), Gleichgewichtsstörungen (Kinder können nicht ruhig auf einem Bein stehen) und Zentrale Sinnesfunktionsstörungen zum Beispiel:
- zentrale auditive Hörstörung (das Kind kann einen Rhythmus nicht nachklatschen)
- Lateralitätsstörung - die Buchstaben b und d können nicht unterschieden werden (Legasthenie)

Eine psychologische Behandlung sollte so früh wie möglich beginnen. Sie kann leichte Entwicklungsstörungen beheben helfen und eine schwere Störung so weit ausgleichen, dass mit schulischer und sonstiger Hilfe ein normaler beruflicher Werdegang ermöglicht werden kann.

Anfangssymptome
Zum Anfang sind es meist derartige "Kleinigkeiten", die Eltern und Angehörigen an einem Kind mit Teilleistungsstörungen auffallen:

es ist schnell gereizt und aggressiv oder zieht sich zurück,

es fällt dem Kind schwer, sich zu konzentrieren,

es ist sehr aktiv,

es macht einfache Fehler beim Lesen und Schreiben oder Rechnen,

es wird in der Schule immer schlechter,

bestimmte Bewegungen und Bewegungsabläufe machen dem Kind Mühe,

es kann schlechter sehen, hören oder sprechen, ohne organische Ursache.

URSACHEN
für Teilleistungsstörungen können in drei Gruppen eingeteilt werden.

Biologische Faktoren

 

zum Beispiel: Stoffwechselauffälligkeiten, genetische Faktoren, Hirnschädigung.

Psychische Faktoren

 

zum Beispiel: Stress, Hochbegabung, Vernachlässigung.

Soziale Faktoren

 

zum Beispiel: Familie, Eltern, Schule, Erziehung, Umwelt.

 

HÄUFIGKEIT

Um das 7. bis 8. Lebensjahr werden Teilleistungsstörungen am häufigsten diagnostiziert. Das liegt vor allem an den besonderen Anforderungen, die die Kinder beim Schuleintritt erfahren und auch daran, dass sie nun den beschützenden Rahmen des Elternhauses verlassen.

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LESE - RECHTSCHREIBSCHWÄCHE (Legasthenie)

Von einer Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) als Symptom von Teilleistungsstörungen spricht man, wenn Kinder große Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens haben - und dies ohne Minderung der allgemeinen Intelligenz und trotz normaler Förderung.

Es gibt bei der Lese-Rechschreibschwäche oder -Störung kein einheitliches und diagnostisch kennzeichnendes Symptombild. Zu den typischen "Fehlern" gehören folgende Phänomene:

Reversionen und Inversionen

 

Verwechslungen, Umstellungen und Auslassungen von Buchstaben

Synthesemängel

 

Fehler beim Zusammenlesen der gelernten Buchstaben 

Analysemängel

 

Fehler beim ganzheitlichen Erfassen von Wortgestalten

Rechtschreibfehler

 

die einhergehen mit einem nicht abgeschlossenen oder noch nicht gelungenen Lesevorgang

Leseschwäche

Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung haben zwangsläufig in hohem Umfang Schulleistungsprobleme, die sich in schlechten Noten, Klassenwiederholungen und dem Besuch eines niedrigeren Schultyps manifestieren. Der durchschnittliche Schulabschluss der betroffenen Jugendlichen bleibt demnach deutlich hinter dem von Gleichaltrigen zurück.

Eine deutliche Überschneidung zwischen Lese-Rechtschreibstörung und Störungen der expressiven und rezeptiven Sprache wurde festgestellt. Etwa 60 Prozent der lese-rechtschreibschwachen jungen Erwachsenen hatten zuvor Sprachentwicklungsrückstände.

Die berufliche Entwicklung vieler junger Menschen mit Lese-Rechtschreibstörung ist gefährdet. Die meisten bevorzugen Ausbildungen, bei denen die Lese-Rechtschreibfähigkeiten keine wesentliche Rolle spielen. Durch die erhöhte Rate von Schulabbrüchen und bei einem vergleichsweise geringen Bildungsstand sind neben den beruflichen Ausbildungschancen auch andere Weiterbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten eingeschränkt. Die gilt vor allem für lese-rechtschreibschwache junge Menschen, die in schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen sind. Mit einem ungestörten familiärem Hintergrund ist die Zukunftsaussicht wesentlich günstiger.

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RECHENSCHWÄCHE (Dyskalkulie)

Von einer Rechenstörung oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) als Symptom von Teilleistungsstörungen spricht man, wenn über einen längeren Zeitraum allgemeine und hartnäckige Schwierigkeiten beim Erlernen mathematischer Zusammenhänge auftreten - und dies ohne Minderung der allgemeinen Intelligenz und trotz normaler Förderung. Für ein rechenschwaches Kind bleibt die Welt der Zahlen trotz ständigen Übens völlig undurchschaubar. Das Kind versteht die Grundsätze der Mathematik nicht. Das chronische Versagen in Mathematik tritt hervor, während in anderen Fächern durchschnittliche bis sehr gute Leistungen vorkommen.

Rechenschwäche oder eine Rechenstörung, auch Dyskalkulie genannt,  fällt meist in der Grundschule beim Erlernen der elementaren Rechenfertigkeiten auf. Manchmal wird die Störung auch erst in der 3. bis 4. Klasse deutlich, wenn der 20er Zahlenraum überschritten, kein Anschauungsmaterial mehr verwendet und die Zuhilfenahme der Finger nicht mehr geduldet wird.

Eine Rechenschwäche kann unterschiedliche Ursachen haben, die sich meist überlagern und sich in drei Gruppen gliedern lassen:

Organisch-neurologische Ursachen

 

umfassen die körperlich bedingten, d. h. auf Hirnleistungsschwächen beruhenden (= neurogenen) Störungen) 

Psychische, emotionale, soziale Gründe

 

durch das Umfeld des Kindes (Familie, Freunde, Erzieher, Lehrer) ausgelöst

Didaktische Ursachen

 

Probleme bei der Vermittlung von Mathematik

Oft vermutet man wegen einer Rechenschwäche, dass ein Kind dumm oder faul ist, und ignoriert die überwiegenden und besseren Begabungen in anderen Bereichen. Dadurch wird dem Kind der Mut und die Chance genommen seine Stärken kennen zu lernen. Das Kind verliert sein Selbstwertgefühl. Die ständigen Misserfolge im mathematischen Bereich beeinträchtigen das Lern- und Leistungsverhalten insgesamt, mit der nicht seltenen Folge, dass die Leistungen in allen Fächern nachlassen. Depressivität, Schulunlust, sogar Schulangst sind die Folge. Verhaltensauffälligkeiten, Kopf- oder Bauchschmerzen und psychosomatische Beschwerden treten auf.

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HYPERAKTIVITÄT

Hyperaktivität, Überaktivität oder als Hyperkinetisches Syndrom (HKS) bezeichnet, bedeutet (auch als Symptom einer Teilleistungsstörung) exzessive Ruhelosigkeit - besonders in Situationen, die relative Ruhe verlangen. Situationsabhängig kann sie sich wie folgt äußern:

Herumlaufen oder Herumspringen

Aufstehen, wenn das Kind dazu aufgefordert wurde, sitzen zu bleiben

Vermehrte Ablenkbarkeit

Ausgeprägter Redseligkeit

Lärmen

Frustrationsintoleranz

Zappeln

Extreme motorische Unruhe

Übermäßige Impulsivität (Wutausbrüche, vermehrte Reizbarkeit)

Übermäßiges Störverhalten

Auffallende Diskrepanz zwischen der offenkundigen Intelligenz und der Leistung

Nicht alle genannten Verhaltensauffälligkeiten müssen nebeneinander bestehen und ebenso wenig müssen alle Auffälligkeiten gleich stark ausgeprägt sein. Die große Variation in Qualität und Quantität des Erscheinungsbildes macht es schwierig, diese kombinierten Verhaltensstörungen (Teilleistungsstörungen) einzuschätzen.

Beurteilungsmaßstab sollte sein, dass die Aktivität im Verhältnis zu dem, was in der gleichen Situation von gleichaltrigen Kindern mit gleicher Intelligenz zu erwarten wäre, extrem ausgeprägt ist. Dieses Verhalten zeigt sich am deutlichsten in strukturierten und organisierten Situationen, die ein hohes Maß an eigener Kontrolle fordern

Kinder mit einem Hyperkinetischem Syndrom fallen durch ihre Hyperaktivität überall aus dem Rahmen, nicht nur in der Schule, sondern meist auch im häuslichen Milieu und im sozialen Umfeld. Sie stören nicht nur die Eltern und Geschwister, sondern bereiten auch den, Erzieher, den Lehrern und nicht zuletzt sich selbst erhebliche Schwierigkeiten.

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BEHANDLUNG

Psychologische Behandlung bei Teilleistungsstörungen ist für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene sinnvoll. Bei Kindern werden die Eltern häufig in die Behandlung mit eingebunden.

Die psychologische Behandlung besteht aus vier Bausteinen:

Aktualisierung des Problems

 

Eine angemessene Betroffenheit beim Betroffenen und den Eltern soll erreicht werden, mit dem Ziel,  das eigentliche Problem zu erkennen. Es gibt durchaus auch Fälle, dass Betroffene meinen, sie hätten ja eigentlich gar kein Problem. Eine gründliche Aktualisierung des Problems ist daher bei der psychologischen Behandlung sehr wichtig.
 

Klärung des Problems

 

Individuelle Gegebenheit auch in Hinblick auf ihre Beteiligung geklärt werden. Gibt es eine erbliche Komponente? Wie ist das individuelle Umfeld (Vernachlässigung in der Familien, übermäßiger Fernsehkonsum, gibt es in der Familie ein erhebliches Ausmaß an Spannung  wie Arbeitslosigkeit des Vaters, elterlicher Alkoholismus, Eheprobleme, psychische Erkrankungen der Eltern?). Diese Spannungsfaktoren sollten gegebenenfalls herausgearbeitet bzw. geklärt werden.
 

Lösen des Problems

 

Es wird versucht an den Problemen, die benannt und geklärt wurden, zu arbeiten. Von mir erhalten Sie Hilfen und praktische Tipps, was konkret zu tun ist.
 

Ressourcenorientiertes Vorgehen

 

Die psychologische Behandlung orientiert sich an den Stärken des Kindes und der Eltern und nicht an den Defiziten. Nur so fassen die Beteiligten den Mut, den schwierigen Weg der Behandlung zu gehen. Ziel ist, dass sich der Blickwinkel verändert und es eine Orientierung zum Positiven hin gibt.

Dieses Phasenmodell soll orientierenden Charakter haben. Immer sollten Hilfsmaßnahmen und Behandlung sich an den Motiven und den individuellen Gegebenheiten orientieren. Niemand kann gegen seinen Willen erfolgreich behandelt werden.

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MODALITÄTEN

Ort:

Die Praxis für Psychotherapie und Psychologie steht für alle Beratungen und Behandlungen mit bis zu 6 Personen in der Khevenhüllergasse 17 zur Verfügung.

Kosten:

Eine Abrechnung über die gesetzlichen Krankenkassen ist in der Psychologischen bzw. Psychotherapeutischen Praxis Villach teilweise möglich. Sie haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung zu stellen. Wird dieser genehmigt, erstattet Ihnen die Kasse einen Teil des bezahlten Honorars zurück.
Für Informationen bezüglich der Kosten/Honorare nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

Kontakt:

             Tel.: +43 676 6214362

 

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